Die Route ist der Klassiker am Berg, hat sich aber über die Jahre verändert. Man findet unterschiedlichste Topos und Schwierigkeitsangaben (allein schon daraus ersichtlich, dass die Route je nach Beschreiber 8 – 17 SL lang ist). Hier wird die Variante „Schweizerweg-modern“ beschrieben, die den Ausstieg über die letzten 4 SL der O sole mio, statt der Originalroute nimmt (weit über 90% der Begeher, einschließlich der solo Begehung durch Alexander Huber, nehmen diesen Ausstieg). Außerdem ist hier die Sommervariante (ab spätestens Ende Juli) beschrieben. Das Couloir ist dann nämlich vernünftigerweise nicht begehbar, und es handelt sich bei Schweizerweg-modern um eine reine Felsroute, mit flachem Gletscherzustieg. Die Abseilpiste (über Echo des Alpages) führt direkt zu den Schuhen am flachen Gletscher und hat praktisch keinen Gegenverkehr.
Die Schwierigkeiten gehen bis 6a+, allerdings sollte man bedenken, dass man nicht immer die optimale Linie trifft, eventuell mit kalten Fingern klettert, Gepäck mit sich trägt und das meiste selbst absichern muss (daher findet man auch öfter mal 6b-Angaben). Zwischenhaken stecken wenige (im Schnitt weniger als 1 pro SL), davon 5-6 gebohrte; die NH muss man öfter mal fädeln. Die Risse sind sehr häufig und sehr Cam-freundlich. Die Standplätze sind in der Regel spitze (Material und Position). Das Gestein ist unten gut (kein Bruch, fest vom Start weg, grauer Granit) und oben exzellent (goldener Granit). Sowohl Körnung, als auch Quarz-Gehalt sind sehr hoch, so dass sich die Griffe oft glatt anfühlen (wie wenn man auf Glas greift), wenn man nicht eine klare Schuppe in der Hand hat. Die Kletterei ist mehr oder weniger Riss- und Verschneidungssystemen entlang, in denen man gut stehen, bzw den Fels lesen sollte (keine simplen Splitter Cracks, sondern komplexe Bewegungen), durchsetzt mit kürzeren athletischen Passagen. Die Routenführung ist relativ klar (unten oft mit Variantenmöglichkeiten links und recht in ähnlicher Schwierigkeit), allerdings muss man beim Übergang zur O sole mio aufpassen.
SL1 (5a) Rissen entlang nach L oben (20 m) zu Stand auf Band an 2 Bh). SL2 (20 m 4a). Nach L unten abklettern (dort unten auch ein Stand) und auf dem Band nach L, dann hoch zu Stand in Verschneidung. SL3 (5b) nach L queren, nach den ersten Schritten tief halten (Trittleiste), dann hochsteigen zu Stand in Verschneidung (durch diese führt Elixir d‘Asteroth (6b+, 6b+, 6c) 3 SL nach oben, wo man auch wieder zum Schweizerwegeinstieg wechseln kann). SL4 (5c, 20 m), Weitern nach L queren, unter einen kleinen Dachl durch und dann ein Gleichgewichtsschritt nach L in eine Nische zu Stand. SL5-7 (3a-4a, ca. 150 m): in leichterem Gelände nach oben, mehrere Standmöglichkeiten, Mehrere Routenvarianten. Alles in OK Fels, immer direkt links der geschlossenen Wand in der flacheren Zone bis zum eigentlichen Beginn des Schweizerwegs in einer Rinne (noch im grauen Fels). Man sieht über sich, 20 m weiter R, 25 m weiter oben, eine große Verschneidung beginnen.
SL8 (25 m, 5c+): Crux ist der Start. Man spreizt zum Beginn der Steilwand nach R hinüber und muss sich irgendwie in den Riss rüberziehen. Danach moderater immer nach oben R haltend. Guter Stand an einem offensichtlichen geraden Riss (nicht in der Verschneidung 3 m weiter R).
SL9 (30 m, 6a): NICHT den Riss überm Stand nach oben (unangenehm, 6b), sondern 2 m nach links ins nächste Risssystem. Dort moderat schwierig nach oben bis an das kleine Dach (Dort fixe Schlingen). Jetzt kommt der Crux-Schritt nach R in den Riss, der vom Stand hochzieht zurück und zu Stand in Nische.
SL10 (40 m, 6a(+)): Dem Riss weiter folgen: zunächst ca. 8-10 m als Verschneidung/Piaz (crux), dann deutlich leichter in der großen Verschneidung/Rinne weiter zu Stand auf waagrechtem Band (etwas L draussen).
SL11 (40 m, 5b/c): In der großen Rinne weiter. Das sieht gestuft und sehr einfach aus, dadurch dass fast alle Strukturen vertikal sind, ist es aber ganz ansprechende Kletterei, nicht primitiv. Stand ist in einer Nische. 1,5 m L davon ist ein alternativer Stand auf waagrechtem Band.
SL12 (40 m, 6a(+)): Ca. 20 m die Rinne weiter hoch (oder auch 3 m L davon) bis zu einem Block in der Rinne, von wo weg die Route deutlich steiler nach R oben abbiegt. Auf Block stehen, wieder nach R spreizen (wie in SL8) und kurz hau-ruck im Rissystem etablieren und moderater dem Riss entlang zu Stand. Die Stelle ist tricky: man kann nämlich nach L um die Kante (sehr schattig, wenn man früh dran ist) zu Stand auf einer großen waagrechten Plattform. Man kann diese Plattform auch von links her in einer großen L-Schleife erreichen (insgesamt einfacher). Aber (!) das ist der Stand von O sole mio. Die O sole mio geht von dort deutlich (4 Bh, 6b+) einer dünnen Risspur in einer grauen Steilplatte entlang auf ein kleines Dach zu und schwingt sich dann R rum um die Dachkante hoch in die große Platte, wo sie letztendlich auf den Schweizerweg trifft. Wer zunächst auf der Schweizerführe bleiben will, mach R der Kante Stand.
SL13 (20 m, 6a+): Auf der Originalführe den Handriss hoch, am Schluss etwas L halten zu Stand von O sole mio (die Schweizerführe zieht dort nach R zu dem deutlichen Dach, vor dem eine alte Schlinge hängt). Alternativ kann man auch vom O sole mio-Stand auf der großen Plattform nach R um die Kante klettern und 2 Rissystemen folgen und am selben Stand rauskommen. Je nach Höhe des Übergangs zwischen den Rissystemen gibt es mehrere Varianten in Bereich 6a+/6b.
SL14 (40 m, 6a+): Jetzt definitiv in der O sole mio weiter. Sehr schöne Risse, etwas weniger athletisch als SL13. Nach L oben, dort dann um die klare kante herum nach L oben zu Stand in Steilplatte.
SL15 (40 m, 6a+): Nicht nach direkt oben zur dunklen Rissverschneidung! Nach L oben quer durch die orange Platte steigen. Sieht einfacher aus, als es ist. Erst 2 Bh, dann fixer Cam, dann wird es leichter. Nach der Plattenstufe kann man deutlich einfacher einem Rissystem entlang nach R oben zu Stand an der Gipfelabdachung (evtl geht da R vom Riss auch was direkt durch die Platte hin).
SL16 (40 m 4b). Einem schönen Riss durch die Platte folgend am Gipfelsporn R vorbei.
SL17 (25 m, 4a). Weiter hoch und immer dem Gipfelgrat entlang, und weiter und weiter (am Schluss leicht absteigen) Dort ist ein Stand in der Platte direkt über der überhängenden SO-Wand.
Abstieg: Von dort seilt man immer mehr oder weniger gerade runter (Echo des Alpages). Auch wenn man die Route nicht kennt, sind die Stände nicht schwer zu finden. Es ist keine klassische Abseilpiste, sondern man nutzt die Routen-standplätze (d.h. die SL sind manchmal nicht so lang; 30 m). Es kreuzen da auch andere Routen. Stände sind aber immer mit Ketten. Man kommt direkt runter zu SL2 (man macht dort unter der Abkletterstelle Stand). Dort klettert man schnell (einfach) die 5 m nach R (Osten) oben und seilt von dort 25 m zum Materialdepot ab.